Zitate aus:
Cover

Walter und Lao Russell
Radioaktivität
Das Todesprinzip in der Natur

ISBN 3-94719-17-1,
demnächst im Buchhandel.

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Die Autorin:
Dagmar Neubronner

Dagmar Neubronner übersetzt die Werke Walter Russells, hält Vorträge und Seminare und arbeitet in ihrer "Segensspirale - Praxis für Selbstheilung".

Atomkraft ...
und die Versuche sie loszuwerden
von Dagmar Neubronner

Der Artikel erschien in Matrix3000, Band 29, September/Oktober 2005.
Artikel als pdf (400 kB)
Trotz Hiroshima, Bikini-Atoll, Harrisburg, Tschernobyl und Millionen verstrahlter Ukrainer, trotz jahrzehntelanger Proteste und des alljährlichen Widerstandes idealistischer Bürger gegen die CASTOR- Transporte gibt es auch in Deutschland immer noch viele Menschen, die glauben, Kernkraft könnte einen Beitrag zur Lösung des “Energieproblems" leisten. Und wir alle haben uns im Grunde daran gewöhnt, mit einem gewissen Maß an alltäglicher radioaktiver Verstrahlung über die Lebensmittel, Wasser und Luft zu leben. Können wir uns das wirklich leisten?
Walter Russell, amerikanischer Künstler und Universalgenie, beschrieb bereits 1926 als erster nicht nur die radioaktiven Elemente Tritium und Strontium, sondern auch Neptunium und Plutonium, die dann fast 20 Jahre später bei der Atombombe Verwendung fanden und seitdem auch in der sogenannten friedlichen Nutzung der Kernenergie Verwendung finden (s. Abb. 1). Lange bevor das erste deutsche Atomkraftwerk ans Netz ging (1966, Rheinsberg in Brandenburg, damals DDR, und 1968 in Obrigheim, Baden-Württemberg), warnten Walter Russell und seine Frau Lao bereits 1957 in ihrem Buch “Atomic Suicide?" vor der weiteren Nutzung der Kernenergie und wiesen auf die damals nur einigen Experten und Militärs bekannten unheilvollen Folgen hin.

Klimawandel durch Atomversuche

Die Russells sagten eine starke Erderwärmung vorher, die inzwischen nachweisbar ist, jedoch offiziell den “Treibhausgasen" zugeschrieben wird. Interessant in diesem Zusammenhang: Auch in dem berühmt-umstrittenen Buch “Alternative 3" von Leslie Watkins (Michaels Verlag, 1999) wird darauf hingewiesen, daß die damaligen Atommächte schon in den fünfziger Jahren die weltweit fatalen Folgen der Atomexplosionen für die Erdatmosphäre erkannten und seither versuchen, den Mars als alternativen Lebensraum zu erschließen. Watkins, der übrigens 1999 bei einer eigentlich harmlosen Knieoperation überraschend verstarb, wurde als spinnerter Verschwörungstheoretiker hingestellt. Die Mars-Pläne (“Terraforming Mars") tauchen jedoch inzwischen immer wieder ganz offiziell in Meldungen der Tageszeitungen über Weltraumforschung und NASA-Projekte auf. Gleichzeitig wird gerade im Zusammenhang mit der Klimawende versucht, uns weiszumachen, die Atomkraft könne zur Verlangsamung der Erderwärmung beitragen. Von daher ist es entscheidend wichtig, daß wir endlich verstehen, was Radioaktivität ist und welche Rolle sie im Schöpfungsganzen hat. Dann wird auch begreiflich, wieso die Nutzung der Radioaktivität durch den Menschen, und sei sie noch so “friedlich", augenblicklich gestoppt werden muß. Originalton Russell:
“Der eigentliche Irrtum einer industriellen Nutzung der Kernspaltung liegt darin, daß diese so genannten tödlich giftigen Ausdünstungen aus den radioaktiven Elementen in den Reaktoren und ihren Abfallprodukten, ... in ihrer eigenen Umgebung unterirdisch keine Gifte sind, sondern dort einem notwendigen Zweck dienen und dazu beitragen, organisches Leben auf diesem Planeten zu ermöglichen. Erst der Mensch macht sie giftig, indem er sie aus ihrer angestammten Umgebung entfernt und sie in eine unnormale Umgebung bringt."

Die wahre Aufgabe der Radioaktivität

“Tierisches und pflanzliches Leben brauchen die dünne Humusschicht auf der Erdkruste, um zu leben. Der Boden braucht Humus, Stickstoff, Kohlendioxid, Sauerstoff und Wasser. Die so genannten tödlich radioaktiven Gifte bereiten den Boden für sauerstoffabhängiges Leben, indem sie zahllose Milliarden mikroskopischer Explosionen in den Felsformationen unter der Erdoberfläche verursachen, die dann Wasser sowie andere für das menschliche Leben und die Vegetation notwendige Stoffe freisetzen. Das alles ist GUT. ... Aber wenn wir sie ausgraben und Tonnen harmlosen Felsgesteins zu wenigen Gramm des tödlichen freien radioaktiven Metalls kondensieren, wie dies bei Uranbrennstäben der Fall ist, machen wir die Erde für den Menschen unbewohnbar."
“Hunderte von Millionen Jahren waren nötig, um Planeten aus festen Felsen und Metallen so weit abzubauen, daß genügend zerfallene Oberfläche vorhanden war und eine Atmosphäre, die organisches Leben ermöglicht. Der Merkur hat keine Atmosphäre und keinen einzigen Grashalm. Seine Felsoberfläche ist so heiß, daß Blei dort schmelzen würde. Die Venus ist ebenfalls ein heißer Felsbrocken, aber dort hat eine Bodenbildung begonnen, und wahrscheinlich gibt es dort jetzt auch Wasser, aber nur als Wasserdampf, denn die Temperatur auf der Venus liegt über dem Siedepunkt. Unsere Erde besaß einen Boden und eine Atmosphäre, die für einfache Lebensformen hinreichend war, seit sie einen Abstand von hundert bis hundertdreißig Millionen Kilometern von der Sonne erreicht hatte. Dies haben einzig die radioaktiven Metalle ermöglicht. Sie gehören unter die Erde, genauso wie die Körper toter Tiere unter die Erde gehören. Radioaktive Metalle sind tote und sterbende Körper."

Lebenslauf der Elemente

Periodensystem nach Russell
Das Periodensystem der Elemente nach Walter Russell. Unten rechts die radioaktiven Elemente, siehe Abbildung im Text.
Die Kosmogonie Walter Russells wird durch die modernste Physik bestätigt: “In Wirklichkeit" gibt es gar keine verschiedenen chemischen Elemente, sondern nur Schwingungsformen, die verschiedene Reifungsstadien der “Idee Materie" darstellen. Das heißt, Materie beginnt mit - der Schulphysik noch unbekannten - Vorstadien des jungen Wasserstoffs, wird dann immer dichter und härter bis zum Kohlenstoff, der den Höhepunkt der Verstofflichung bildet, etwa einem vierzigjährigen Menschen auf dem Gipfel seiner Kraft vergleichbar (siehe Abb. 1). Danach beginnen - wie bei jedem Menschen, Stern und Planeten auch - die strahlenden Kräfte von Auflösung und Zerfall zu überwiegen, denn aller Aufbau geschieht durch Verdichtung, aller Abbau durch Expansion und Strahlung. Je “älter" die Materie, um so mehr strahlt sie. Diese Strahlung kann, so wie die Strahlung unserer alternden Sonne für uns, lebensspendend wirken, aber ebenso auch tödlich.
Ausschnitt aus Russells Periodensystem
Ausschnitt aus dem Periodensystem der Elemente nach Russell mit den radioaktiven Elementen. Als Russell diese Tabelle 1927 veröffentlichte, war die Schulwissenschaft noch 18 Jahre von der Atombombe entfernt. Erst 1941 sagte der Deutsche Fritz G. Houtermans in einem Geheimbericht “Zur Frage der Auslösung von Kern-Kettenreaktionen" die Existenz von Transuranen, also radioaktiven Elementen jenseits des Urans, theoretisch voraus. Im selben Jahr entdeckte der Amerikaner Glenn T. Seaborg dann das Plutonium.

“Der Mensch ist gegenwärtig dabei, eine Umgebung des Todes auf der Oberfläche dieses Planeten zu errichten, welcher seit so vielen Äonen eine Umgebung für das Leben erbaut. Wir erschaffen eine unnormale Umgebung, in der tierisches und pflanzliches Leben unmöglich wird. Radioaktive Elemente in großen Mengen und Sauerstoff können nicht gemeinsam existieren. Radioaktive Elemente sind vollständig lebendig, solange sie sich in ihrem eigenen Umfeld befinden. Wenn sie aus dieser Umgebung genommen werden, werden sie zu Leichen. Wenn wir Reaktorleichen über die ganze Welt verteilen und die zahllosen Milliarden mikroskopischer Leichen radioaktiver Elemente ebenfalls, führt dies dazu, daß diese Leichen in jedem Atemzug, den wir nehmen, in jeder Nahrung, die wir zu uns nehmen und in dem Wasser, das wir trinken, enthalten sind. Dies wird schließlich sein, als würden wir gezwungen, einen ständig zunehmenden Prozentsatz unseres eigenen verbrauchten, giftigen Atems wieder einzuatmen."
Das diffuse Gefühl, Radioaktivität sei, selbst ohne Unfälle, “irgendwie lebensfeindlich", das so viele Menschen seit Beginn des Atomzeitalters beschleicht, und die alten Warnungen der Ureinwohner vor dem “Wecken der Regenbogenschlange" haben mit dem Wissen Russells eine wissenschaftlich nachvollziehbare Grundlage erhalten.

Als Schröder noch dagegen war

Und der Widerstand war denn auch stark: Vor fünfundzwanzig Jahren verwirklichten in der “Freien Republik Wendland" an Bohrstelle 1004 in Gorleben bis zu 1500 “ständige Bewohner" mit eigenem Paß und eigenem “Radio Freies Wendland" gewaltfrei die Utopie einer besseren, zukunftsträchtigen Welt, bis im Juni 1980 nach einem Monat 10.000 Polizisten den Kleinstaat räumten. Gerhard Schröder war damals Juso- Vorsitzender und besuchte an der Spitze von 200 jungen SPDlern demonstrativ das Camp, Renate Künast war sogar ständige Bewohnerin, ihre grüne Parteikollegin Rebecca Harms ebenfalls, und die Grünen, die damals schon im Bundestag und in vielen Landtagen vertreten waren, nahmen aktiv am Kampf gegen die “friedliche Nutzung" der Atomkraft teil, die von den AKW-Betreibern, um jeden Anklang an die Atombombe zu vermeiden, heute noch lieber “Kernkraft" genannt wird. Nach dem sowjetischen Reaktor-GAU von Tschernobyl 26. April am 1986 dann stand auch die deutsche Bevölkerung monatelang wie unter Schock, doch heute ist die “Kernkraft" nur noch dann medientauglich, wenn der Widerstand gegen die Castor-Atommülltransporte quer durch Europa teure Polizeieinsätze erforderlich macht.
Heute ist Schröder - noch - Kanzler, Renate Künast Ministerin, Rebecca Harms Europa-Abgeordnete. Beste Bedingungen für den Atomausstieg, sollte man meinen, aber nach zähem Ringen wurde im “Atomkonsens" ein “Ausstieg" bis 2020 festgeschrieben. Gleichzeitig hätte diese Regierung am liebsten die ausrangierte Brennelemente-Fabrik Hanau nach China geliefert und hat sich zum katastrophalen Einsatz von uranhaltigen “konventionellen" Bomben in den modernen Kriegen der USA (Afghanistan, Irak), die in ihrer Wirkung einem Genozid gleichkommen und die Fehlbildungsrate bei Neugeborenen rasant haben ansteigen lassen, bisher nicht geäußert.

AKW-Neubau in Europa

Die deutsche Atomindustrie wartet auf den Regierungswechsel. Führende Politiker wie Edmund Stoiber wollen den “Ausstieg aus der Kernenergie" nach der Bundestagswahl rückgängig machen und alte, (d.h. sich wirtschaftlich nicht mehr rechnende) AKWs durch den “modernen, sicheren und nachhaltigen" EPR (European Pressured Reactor) ersetzen.
Im Schatten des deutschen “Atomausstiegs" arbeiten u.a. die Atomkonzerne EnBW, EDF, Siemens und Areva (Siemens/Framatome) massiv an der Durchsetzung neuer Atomkraftwerke in Europa. Seit Anfang des neuen Jahrtausends hofft die Branche auf neue Aufträge, da nicht nur alte Atomkraftwerke (aufgrund mangelnder Wirtschaftlichkeit) stillgelegt werden, sondern ab etwa 2005 europaweit auch ein Großteil der konventionellen Kraftwerke ersetzt werden muß.
Im Jahr 2002 beschloß das finnische Parlament, grundsätzlich den Neubau eines AKWs zu befürworten. In Olkiluoto, wo es bereits zwei Reaktorblöcke und das finnische “Versuchs-Endlager" für hochradioaktiven Atommüll gibt, wurde bereits mit den Rodungsarbeiten begonnen. Das Genehmigungsverfahren für den EPR in Olkiluoto ist jedoch noch nicht abgeschlossen. Die französische Regierung entschied im April dieses Jahres, die alten AKWs gleich im Dutzend durch Neubauten zu ersetzen. Diese Entscheidung wurde Anfang Mai im sogenannten “Energiegesetz" festgeschrieben. Die Schweizer Atomindustrie forcierte den Bau des neuen Reaktortyps EPR, um die veralteten AKWs Mühleberg und Beznau zu ersetzen.
In der Türkei werden die Bedingungen für eine entsprechende Ausschreibung ausgearbeitet. Möglicher Standort ist weiter Akkuyu an der Mittelmeerküste - ungeachtet auch der Bedenken bezüglich des Risikos von Erdbeben. Die AKW-Bauer argumentieren sogar, daß Uranbrennstäbe im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen aufgrund ihrer CO2-Neutralität den Treibhaus- Effekt verlangsamen würden - was die Russells bereits 1957 besser wußten. Derzeit wird von den alten Kämpfern die Abschaltung des alten AKW Obrigheim als großer Erfolg gefeiert - ein Drittel des Atomausstiegs sei schon geschafft. Na super!
Haben diese Leute noch eine zweite Erde in der Westentasche, oder setzen sie tatsächlich auf den Mars? Dazu gibt es einen Witz aus der Blütezeit des Mars-Schokoriegels: “Bloß keine alten Kernbrennstäbe auf den Mars - Mars bringt verbrauchte Energie sofort zurück!"