Zitate aus:
Walter und Lao RussellRadioaktivitätDas Todesprinzip in der NaturISBN 3-94719-17-1,
demnächst im Buchhandel.
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Atomkraft ...
und die Versuche sie loszuwerden
von Dagmar Neubronner
Trotz Hiroshima, Bikini-Atoll, Harrisburg, Tschernobyl
und Millionen verstrahlter Ukrainer, trotz
jahrzehntelanger Proteste und des alljährlichen
Widerstandes idealistischer Bürger gegen die CASTOR-
Transporte gibt es auch in Deutschland immer
noch viele Menschen, die glauben, Kernkraft
könnte einen Beitrag zur Lösung des “Energieproblems"
leisten. Und wir alle haben uns im Grunde
daran gewöhnt, mit einem gewissen Maß an alltäglicher
radioaktiver Verstrahlung über die Lebensmittel,
Wasser und Luft zu leben.
Können wir uns das wirklich leisten?
Walter Russell, amerikanischer Künstler und Universalgenie,
beschrieb bereits 1926 als erster nicht nur die
radioaktiven Elemente Tritium und Strontium, sondern
auch Neptunium und Plutonium, die dann fast 20 Jahre
später bei der Atombombe Verwendung fanden und
seitdem auch in der sogenannten friedlichen Nutzung
der Kernenergie Verwendung finden (s. Abb. 1).
Lange bevor das erste deutsche Atomkraftwerk ans Netz
ging (1966, Rheinsberg in Brandenburg, damals DDR,
und 1968 in Obrigheim, Baden-Württemberg), warnten
Walter Russell und seine Frau Lao bereits 1957 in ihrem
Buch “Atomic Suicide?" vor der weiteren Nutzung der
Kernenergie und wiesen auf die damals nur einigen Experten
und Militärs bekannten unheilvollen Folgen hin.
Klimawandel durch Atomversuche
Die Russells sagten eine starke Erderwärmung vorher,
die inzwischen nachweisbar ist, jedoch offiziell den
“Treibhausgasen" zugeschrieben wird. Interessant in
diesem Zusammenhang: Auch in dem berühmt-umstrittenen
Buch “Alternative 3" von Leslie Watkins (Michaels
Verlag, 1999) wird darauf hingewiesen, daß die damaligen
Atommächte schon in den fünfziger Jahren die weltweit
fatalen Folgen der Atomexplosionen für die Erdatmosphäre
erkannten und seither versuchen, den Mars
als alternativen Lebensraum zu erschließen. Watkins,
der übrigens 1999 bei einer eigentlich harmlosen Knieoperation
überraschend verstarb, wurde als spinnerter
Verschwörungstheoretiker hingestellt. Die Mars-Pläne
(“Terraforming Mars") tauchen jedoch inzwischen immer
wieder ganz offiziell in Meldungen der Tageszeitungen
über Weltraumforschung
und
NASA-Projekte
auf.
Gleichzeitig
wird gerade
im Zusammenhang
mit der Klimawende
versucht,
uns weiszumachen,
die Atomkraft
könne
zur Verlangsamung
der
Erderwärmung
beitragen.
Von
daher ist es
entscheidend
wichtig,
daß wir
endlich verstehen,
was Radioaktivität ist und welche Rolle sie im Schöpfungsganzen
hat. Dann wird auch begreiflich, wieso
die Nutzung der Radioaktivität durch den Menschen,
und sei sie noch so “friedlich", augenblicklich gestoppt
werden muß. Originalton Russell:
“Der eigentliche Irrtum einer industriellen Nutzung der
Kernspaltung liegt darin, daß diese so genannten tödlich
giftigen Ausdünstungen aus den radioaktiven Elementen
in den Reaktoren und ihren Abfallprodukten, ...
in ihrer eigenen Umgebung unterirdisch keine Gifte
sind, sondern dort einem notwendigen Zweck dienen
und dazu beitragen, organisches Leben auf diesem Planeten
zu ermöglichen. Erst der Mensch macht sie giftig,
indem er sie aus ihrer angestammten Umgebung entfernt
und sie in eine unnormale Umgebung bringt."
Die wahre Aufgabe der Radioaktivität
“Tierisches und pflanzliches Leben brauchen die dünne
Humusschicht auf der Erdkruste, um zu leben.
Der Boden braucht Humus, Stickstoff, Kohlendioxid,
Sauerstoff und Wasser. Die so genannten tödlich radioaktiven
Gifte bereiten den Boden für sauerstoffabhängiges
Leben, indem sie zahllose Milliarden mikroskopischer
Explosionen in den Felsformationen unter
der Erdoberfläche verursachen, die dann Wasser sowie
andere für das menschliche Leben und die Vegetation
notwendige Stoffe freisetzen. Das alles ist
GUT. ... Aber wenn wir sie ausgraben und Tonnen
harmlosen Felsgesteins zu wenigen Gramm des tödlichen
freien radioaktiven Metalls kondensieren, wie
dies bei Uranbrennstäben der Fall ist, machen wir die
Erde für den Menschen unbewohnbar."
“Hunderte von Millionen Jahren waren nötig, um Planeten
aus festen Felsen und Metallen so weit abzubauen,
daß genügend zerfallene Oberfläche vorhanden
war und eine Atmosphäre, die organisches Leben ermöglicht.
Der Merkur hat keine Atmosphäre und keinen
einzigen Grashalm. Seine Felsoberfläche ist so
heiß, daß Blei dort schmelzen würde. Die Venus ist
ebenfalls ein heißer Felsbrocken, aber dort hat eine
Bodenbildung begonnen, und wahrscheinlich gibt es
dort jetzt auch Wasser, aber nur als Wasserdampf,
denn die Temperatur auf der Venus liegt über dem
Siedepunkt. Unsere Erde besaß einen Boden und eine
Atmosphäre, die für einfache Lebensformen hinreichend
war, seit sie einen Abstand von hundert bis
hundertdreißig Millionen Kilometern von der Sonne erreicht
hatte. Dies haben einzig die radioaktiven Metalle ermöglicht. Sie gehören unter die Erde, genauso
wie die Körper toter Tiere unter die Erde gehören. Radioaktive
Metalle sind tote und sterbende Körper."
Lebenslauf der Elemente
Die Kosmogonie Walter Russells wird durch die modernste
Physik bestätigt: “In Wirklichkeit" gibt es gar keine
verschiedenen chemischen Elemente, sondern nur
Schwingungsformen, die verschiedene Reifungsstadien
der “Idee Materie" darstellen. Das heißt, Materie beginnt
mit - der Schulphysik noch unbekannten - Vorstadien
des jungen Wasserstoffs, wird dann immer
dichter und härter bis zum Kohlenstoff, der den Höhepunkt
der Verstofflichung bildet, etwa einem vierzigjährigen
Menschen auf dem Gipfel seiner Kraft vergleichbar
(siehe Abb. 1). Danach beginnen - wie bei jedem
Menschen, Stern und Planeten auch - die strahlenden
Kräfte von Auflösung und Zerfall zu überwiegen,
denn aller Aufbau geschieht durch Verdichtung, aller
Abbau durch Expansion und Strahlung. Je “älter" die
Materie, um so mehr strahlt sie. Diese Strahlung kann,
so wie die Strahlung unserer alternden Sonne für uns,
lebensspendend wirken, aber ebenso auch tödlich.
Ausschnitt aus dem Periodensystem der Elemente
nach Russell mit den radioaktiven Elementen. Als Russell diese
Tabelle 1927 veröffentlichte, war die Schulwissenschaft noch 18
Jahre von der Atombombe entfernt. Erst 1941 sagte der Deutsche
Fritz G. Houtermans in einem Geheimbericht “Zur Frage
der Auslösung von Kern-Kettenreaktionen" die Existenz von
Transuranen, also radioaktiven Elementen jenseits des Urans,
theoretisch voraus. Im selben Jahr entdeckte der Amerikaner
Glenn T. Seaborg dann das Plutonium.
“Der Mensch ist gegenwärtig dabei, eine Umgebung des
Todes auf der Oberfläche dieses Planeten zu errichten,
welcher seit so vielen Äonen eine Umgebung für das
Leben erbaut. Wir erschaffen eine unnormale Umgebung,
in der tierisches und pflanzliches Leben unmöglich
wird. Radioaktive Elemente in großen Mengen und
Sauerstoff können nicht gemeinsam existieren. Radioaktive
Elemente sind vollständig lebendig, solange sie
sich in ihrem eigenen Umfeld befinden. Wenn sie aus
dieser Umgebung genommen werden, werden sie zu
Leichen. Wenn wir Reaktorleichen über die ganze Welt
verteilen und die zahllosen Milliarden mikroskopischer
Leichen radioaktiver Elemente ebenfalls, führt dies dazu,
daß diese Leichen in jedem Atemzug, den wir nehmen,
in jeder Nahrung, die wir zu uns nehmen und in
dem Wasser, das wir trinken, enthalten sind. Dies wird
schließlich sein, als würden wir gezwungen, einen ständig
zunehmenden Prozentsatz unseres eigenen verbrauchten,
giftigen Atems wieder einzuatmen."
Das diffuse Gefühl, Radioaktivität sei, selbst ohne Unfälle,
“irgendwie lebensfeindlich", das so viele Menschen
seit Beginn des Atomzeitalters beschleicht, und die alten
Warnungen der Ureinwohner vor dem “Wecken der Regenbogenschlange"
haben mit dem Wissen Russells eine
wissenschaftlich nachvollziehbare Grundlage erhalten.
Als Schröder noch dagegen war
Und der Widerstand war denn auch stark: Vor fünfundzwanzig
Jahren verwirklichten in der “Freien Republik
Wendland" an Bohrstelle 1004 in Gorleben bis zu
1500 “ständige Bewohner" mit eigenem Paß und eigenem
“Radio Freies Wendland" gewaltfrei die Utopie einer
besseren, zukunftsträchtigen Welt, bis im Juni
1980 nach einem Monat 10.000 Polizisten den Kleinstaat
räumten. Gerhard Schröder war damals Juso-
Vorsitzender und besuchte an der Spitze von 200 jungen
SPDlern demonstrativ das Camp, Renate Künast
war sogar ständige Bewohnerin, ihre grüne Parteikollegin
Rebecca Harms ebenfalls, und die Grünen,
die damals schon im Bundestag und in vielen Landtagen
vertreten waren, nahmen aktiv am Kampf
gegen die “friedliche Nutzung" der Atomkraft teil,
die von den AKW-Betreibern, um jeden Anklang an
die Atombombe zu vermeiden, heute noch lieber
“Kernkraft" genannt wird. Nach dem sowjetischen
Reaktor-GAU von Tschernobyl 26. April am 1986 dann stand auch die deutsche Bevölkerung monatelang
wie unter Schock, doch heute ist die “Kernkraft"
nur noch dann medientauglich, wenn der Widerstand
gegen die Castor-Atommülltransporte quer durch Europa
teure Polizeieinsätze erforderlich macht.
Heute ist Schröder - noch - Kanzler, Renate Künast
Ministerin, Rebecca Harms Europa-Abgeordnete. Beste
Bedingungen für den Atomausstieg, sollte man
meinen, aber nach zähem Ringen wurde im “Atomkonsens"
ein “Ausstieg" bis 2020 festgeschrieben.
Gleichzeitig hätte diese Regierung am liebsten die
ausrangierte Brennelemente-Fabrik Hanau nach China
geliefert und hat sich zum katastrophalen Einsatz von
uranhaltigen “konventionellen" Bomben in den modernen
Kriegen der USA (Afghanistan, Irak), die in ihrer
Wirkung einem Genozid gleichkommen und die
Fehlbildungsrate bei Neugeborenen rasant haben ansteigen
lassen, bisher nicht geäußert.
AKW-Neubau in Europa
Die deutsche Atomindustrie wartet auf den Regierungswechsel.
Führende Politiker wie Edmund Stoiber wollen
den “Ausstieg aus der Kernenergie" nach der Bundestagswahl
rückgängig machen und alte, (d.h. sich wirtschaftlich
nicht mehr rechnende) AKWs durch den “modernen,
sicheren und nachhaltigen" EPR (European
Pressured Reactor) ersetzen.
Im Schatten des deutschen “Atomausstiegs" arbeiten
u.a. die Atomkonzerne EnBW, EDF, Siemens und Areva
(Siemens/Framatome) massiv an der Durchsetzung
neuer Atomkraftwerke in Europa. Seit Anfang des neuen
Jahrtausends hofft die Branche auf neue Aufträge,
da nicht nur alte Atomkraftwerke (aufgrund mangelnder
Wirtschaftlichkeit) stillgelegt werden, sondern ab
etwa 2005 europaweit auch ein Großteil der konventionellen
Kraftwerke ersetzt werden muß.
Im Jahr 2002 beschloß das finnische Parlament, grundsätzlich
den Neubau eines AKWs zu befürworten. In Olkiluoto,
wo es bereits zwei Reaktorblöcke und das finnische
“Versuchs-Endlager" für hochradioaktiven Atommüll
gibt, wurde bereits mit den Rodungsarbeiten begonnen.
Das Genehmigungsverfahren für den EPR in
Olkiluoto ist jedoch noch nicht abgeschlossen.
Die französische Regierung entschied im April dieses
Jahres, die alten AKWs gleich im Dutzend durch Neubauten
zu ersetzen. Diese Entscheidung wurde Anfang
Mai im sogenannten “Energiegesetz" festgeschrieben.
Die Schweizer Atomindustrie forcierte den Bau des
neuen Reaktortyps EPR, um die veralteten AKWs
Mühleberg und Beznau zu ersetzen.
In der Türkei werden die Bedingungen für eine entsprechende
Ausschreibung ausgearbeitet. Möglicher
Standort ist weiter Akkuyu an der Mittelmeerküste -
ungeachtet auch der Bedenken bezüglich des Risikos
von Erdbeben. Die AKW-Bauer argumentieren sogar,
daß Uranbrennstäbe im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen
aufgrund ihrer CO2-Neutralität den Treibhaus-
Effekt verlangsamen würden - was die Russells bereits
1957 besser wußten. Derzeit wird von den alten
Kämpfern die Abschaltung des alten AKW Obrigheim
als großer Erfolg gefeiert - ein Drittel des Atomausstiegs
sei schon geschafft. Na super!
Haben diese Leute noch eine zweite Erde in der Westentasche,
oder setzen sie tatsächlich auf den Mars? Dazu
gibt es einen Witz aus der Blütezeit des Mars-Schokoriegels:
“Bloß keine alten Kernbrennstäbe auf den Mars -
Mars bringt verbrauchte Energie sofort zurück!"